Auf dem französischen Markt sind verschiedene Strategien denkbar. Diese hängen einerseits von Ihrer Branche und deren Struktur, andererseits von Ihrer internen Organisation sowie den von Ihnen gesetzten Zielen ab.
A) Direktvertrieb aus Deutschland :
Der Direktvertrieb von Deutschland aus, ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, in den französischen Markt einzutreten. Sie haben einen in Deutschland ansässigen Vertriebsmitarbeiter, der die Produkte in Frankreich vermarktet. Die gesamte Vertriebsverwaltung bleibt in Deutschland.
Ein großer Vorteil: Es entstehen keine hohen Kosten für Büros oder Mitarbeiter in Frankreich. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, dass Sie nicht regelmäßig vor Ort sein können, um Kunden zu besichtigen, Beziehungen aufzubauen und den Markt genau zu beobachten. In diesem Fall wird es auch schwierig sein, sich ein echtes glaubwürdiges / authentisches lokales Image aufzubauen, da das Unternehmen nicht zu 100 % in Frankreich verankert ist.
Daher empfehlen wir Ihnen, sich um eine „Französisierung” Ihres Ansatzes zu bemühen. Dies kann, wie bereits erläutert, mit einer Geschäftsadresse und Telefonanschluss beginnen. Durch die französische Telefonnummer signalisieren Sie Ihren Kunden nicht nur Ihre Präsenz in Frankreich, Sie erleichtern Ihren Kunden sogar noch grundlegend die Kontaktaufnahme zu Ihnen. Die Anrufe werden auf eine deutsche Nummer Ihrer Wahl weitergeleitet, die möglichst einem französischsprachigen Mitarbeiter zugeordnet ist, der diese Anrufe annimmt.
B) Indirekter Vertrieb über Geschäftspartner :
Eine weitere Möglichkeit für den Markteintritt in Frankreich ist die Zusammenarbeit mit lokalen Vertriebspartnern wie Handelsvertretern oder Distributoren. Sie bringen den Vorteil, dass sie bereits über Kundenkontakte verfügen und so den Marktzugang erleichtern.
Gute Geschäftspartner sind mitunter nicht einfach zu finden : die besten Geschäftspartner sind selten aktiv auf der Suche nach neuen Lieferanten.
Sie können zudem versuchen, selbst auf die Suche nach geeigneten Vertretern zu gehen, z.B durch Suchmaschinen wie LinkedIn. Beispielsweise könnten Sie Geschäftspartnern von Firmen anzusprechen, die ein komplementäres Produkt zu dem Ihren anbieten. Die Suche ist aber oftmals lang und aufwendig. Die Beauftragung eines auf den deutsch-französischen Markt spezialisierten Beraters hilft Ihnen, Zeit zu sparen und gleichzeitig sehr bald die gewünschten qualitativen Ergebnisse zu erhalten.
C) Direktvertrieb durch eine Filiale oder Niederlassung :
Als deutsches Unternehmen können Sie in Frankreich tätig sein, auch ohne eine feste Niederlassung zu unterhalten, zum Beispiel durch die Einstellung eines Mitarbeiters vor Ort. Diese Lösung bietet Flexibilität, Ihr Unternehmen kann aber dadurch in Frankreich als „ständige Niederlassung“ gelten, was rechtliche und steuerliche Pflichten mit sich bringt. Es ist daher ratsam, diese Aspekte frühzeitig zu prüfen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Wenn Sie sich für eine verlässliche stabile und langfristige Lösung entscheiden, ist die Gründung einer Tochtergesellschaft oft die beste Option. Meist handelt es sich um eine SARL oder SAS, bei der das deutsche Mutterunternehmen 100 % oder mehrheitlich die Kontrolle behält. Die Tochtergesellschaft kann Mitarbeiter einstellen, Verträge abschließen und Rechnungen auf eigenen Namen ausstellen. Sie hat eine gewisse Autonomie, berichtet aber regelmäßig an das Mutterunternehmen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Gründung eines Joint Ventures mit einem französischen Partner. In diesem Fall teilen Sie sich Risiken, Investitionen und Gewinne.
D) Externes Wachstum:
Ein M&A-Projekt in Frankreich ermöglicht es, schnell ein qualifiziertes Team mit bestehenden Kunden und gutem Ruf vor Ort zu übernehmen. So profitieren Sie direkt von Erfahrung und Netzwerk eines etablierten Unternehmens.
Seit einigen Jahren steht Frankreich genauso wie Deutschland vor einer großen demografischen Herausforderung: die Alterung der Bevölkerung und der Rückgang der Geburtenrate. Nach Angaben der französischen Bank BPCE sind fast 1 Million Geschäftsführer älter als 60 Jahre. Dies bedeutet, dass mit dem bevorstehenden Ruhestand zahlreiche Unternehmer Nachfolger oder Käufer suchen – von Kleinstbetrieben bis hin zu mittelständischen Unternehmen. Der Generationenübergang ist komplizierter geworden. Das zunehmende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei den zu veräußernden Unternehmen eröffnet interessante Chancen für ausländische, vor allem aber für deutsche Unternehmen.
Bei vif Solutions begleiten wir Sie Schritt für Schritt: wir finden passende Unternehmen, nehmen Kontakt zu Verkäufern auf, kümmern uns um alle rechtlichen Dokumente (LOI, NDA, Due Diligence, Kaufvertrag) und koordinieren den gesamten Prozess bis zum Abschluss. Danach unterstützen wir bei der Integration des übernommenen Unternehmens.